Ankunft auf der Burg
Seit dem Frühjahr war Heimstatt durch Hermann von Sturmkreuz besetzt, der südliche Landesteil Beringens war evakuiert worden. Endlich, nachdem Liam von Freyberg wieder vollständig genesen war, wurden Freunde und Verbündete auf Burg Freyberg geladen. Von dort aus sollte die Rückeroberung der Hauptstadt und ganz Beringens beginnen.
Doch auch Hermann hatte seine Truppen in den Norden befohlen und er erreichte mit diesen die Burg einige Tage früher. Sein Ziel schien klar: Er wollte auch die Burg erobern und den Beringern so jeden Zufluchtsort in ihrer Heimat nehmen.
Die Verbündeten Beringens trafen genau im richtigen Moment an den Mauern Burg Freybergs ein und konnten einen Angriff der Sturmkreuz-Soldaten auf das Tor zurückschlagen und sich mit den Verteidigern zusammentun.
Belagerung
Burg Freyberg wurde zum Herz der Verteidigung Beringens. Während am Tor und vor den Mauern die Belagerungsversuche mit Leitern und Rammbock, durch Magier, Bogenschützen und schwer gepanzerte Kämpfer abgewehrt wurden, suchten Liam und seine Gefährten im Inneren der Burg nach jedem Vorteil, den sie im Kampf um Heimstatt nutzen konnten. In Hektors alter Bibliothek entdeckten sie schließlich einen verborgenen Raum, gesichert durch ein theolarisches Bücher‑Rätsel und fanden dort Einen geheimnisvollen Spiegel. Ein mächtiges Artefakt, das sich sichtbar dagegen sträubte, eng umschlossen von Mauern gehalten zu werden.
Blick ins Dopplerreich
Mit Hilfe der anwesenden Magier begann die Analyse des Spiegels, zunächst in der Loge, später im Freien. Dabei öffneten sich immer wieder Einblicke in die andere Wirklichkeit: Man sah eine Hochzeit zwischen Eloise und Liam, eine Freundschaft zwischen Liam und Hermann, sowie ein Beringen, das friedlich in zwei Baronien geteilt war. Offenbar ein möglicher anderer Verlauf der Ereignisse, die sich tatsächlich ereignet hatten.
Als der Spiegel schließlich in den Hof gebracht war, stand dieser unerwartet einem zweiten Spiegel gegenüber. Im Verborgenen mitgebracht von Hermanns Begleiter, dem Magier Bligg, war dieser vor dem Tor aufgebaut. Es bildete sich ein Energiefeld, es kulminierte die Magie: In einem gewaltigen Ritual des Spiegelmagiers Bligg wurden Hermanns Tochter Eloise und Sir Tristan aus dem Dopplerreich in die Burg gerissen, begleitet von Explosionen, Nebel und einem weiteren Angriff Hermanns auf das Tor. Eloise, hin‑ und hergerissen zwischen der Welt, in der sie Liams Gemahlin und Markgräfin war, und der düsteren Realität der Belagerung, wurde zur Figur, an der sich Hoffnungen, Schuld und Hermanns Besessenheit brachen.
Letzte Schlacht und Urteil
Nachdem Bligg der Zutritt und Eloise die Rückkehr in das Dopplerreich gewährt wurden, schwanden auch die Trugbilder auf dem Schlachtfeld, hinter denen sich Hermann bislang verbarg. In einer letzten, von den Plänen der Verbündeten geprägten Schlacht wurde er auf dem Feld gestellt, lebendig gefangen genommen und im Burghof unter Glockengeläut vor Liam, Joon und den versammelten Gästen der Reichsacht unterworfen.
Doch die Verkündung des Urteils war nicht das Ende, sondern nur der letzte Wendepunkt seiner Geschichte: Hermann riss sich los, stürmte den Turm der Burg hinauf und stürzte sich von dort in den Tod. Der letzte, verzweifelte Akt eines Mannes, der den erneuten Verlust seiner Tochter und den zerbrochenen Traum von einem eigenen Beringen offenbar nicht ertragen konnte.
Während unten im Hof bereits von der Befreiung Heimstatts berichtet und der Sieg über Sturmkreuz gefeiert wurde, lag dennoch ein schwerer Schatten über Burg Freyberg: Denn das stille Wissen darum, wie nah Hoffnung und Abgrund, Triumph und Untergang beieinander liegen können, war einmal mehr ins Bewusstsein gerückt worden.
















































































Fotos von:
Marco Winter
https://www.instagram.com/wintergrafie_by_marco_winter/
